2.4 Reiseroute
Eckernförde-Schleimünde (6.9.25, 16.9 NM)
Der Törn beginnt in der weitläufigen Eckernförder Bucht und führt entlang der Küste ostwärts Richtung Schleimündung. Die Einfahrt erfordert Aufmerksamkeit bezüglich Verkehr und Strömung. Der Leuchtturm markiert ein klassisches Übergangstor von der offenen Ostsee zur Schlei. Der kleine Hafen erweist sich als Wochenend-Treffpunkt vieler Hobbysegler.
Schleimünde → Ærøskøbing (7.9.25, 40.5 NM)
Nach Verlassen der Schlei folgt eine offene Ostseequerung Richtung Dänemark. Da wir gut vorankommen entschliessen wir uns, am Schluss mit Motorunterstützung nach Ærøskøbing zu fahren. Dort empfängt uns ein geschützter Hafen und ein historischer Bilderbuch-Stadtkern. Kopfsteinpflaster, niedrige vielfarbige Kaufmannshäuser und enge Gassen vermitteln ein geschlossenes Stadtbild. Am Abend schliesst eine Mondfinsternis mit Blutmond den Tag ab.
Ærøskøbing → Lohals (8.9.25, 29.4 NM)
Nachdem wir die Fahrrinne hinter uns haben, können wir kurz Segel setzen, ehe wir von neuem auf die Rinne durch den Svendborg-Sund einschwenken. Die Route wird flankiert durch schöne Uferpartien, eine Attraktion ist die Unterquerung der 1.2 km langen Svendborg Sund-Brücke. Mit einer Durchfahrthöhe von 33 Metern stellt sie für unsere Masthöhe von 23 Metern kein Problem dar. Wieder in offenen Gewässern erreichen wir den Hafen von Lohals. Dort laden Wege zu Spaziergängen ein, ausserdem stehen Gratis-Velos zur Verfügung. Im etwas abgelegenen Holländerhaus kann man sich über die Geschichte und Natur dieser abgelegenen Gegend informieren.
Lohals – Svendborg (9.9.25, 15.0 NM)
Wir starten bei etwas unfreundlichem Wetter und wenig Wind. Die Route verläuft auf der gleichen Strecke in Gegenrichtung zu der des Vortags. Bald wird der Himmel wieder blau und wir hissen die Toppsegel. Abel Tasman präsentiert sich dadurch von der schönsten Seite, kurze Rundfahrten mit dem Beiboot erlauben uns, diese auf Erinnerungsbildern festzuhalten: Top Werbung für Jeroen und sein Unternehmen! Abends treffen wir in Svendborg ein, wo wir nach einem kurzen Spaziergang die örtliche Gastronomie geniessen.
Svendborg - Sønderborg (10.9.25, 37.2 NM)
Nach kurzem Morgenregen bessert sich das Wetter, so dass wir nach dem Austritt aus dem Svendborg-Sund eine weiteren schönen Segelschlag nach Sønderborg geniessen können. Wir legen unmittelbar beim Schloss an und bleiben dort nicht lange allein. Die Dreimasterbark (ehemaliger Walfänger) Artemis und die Drei-mastbarkentine (ehemaliges Fischereischiff) Antigua leisten uns Gesellschaft. Abends singt dort ein Shanty-Chor, danach lassen wir von Jeroens Ausführungen über die Renovation der Abel Tasman beeindrucken. Er hat mit seinem Team das Schiff ziemlich vollständig ausgeräumt, im Rumpf Schwachstellen behoben und anschliessend so gut wie alles neu eingebaut. Dabei waren gleichermassen sein handwerkliches Geschick, technischen Fachkenntnisse und administrative Fähig-keiten für die erfolgreiche Bewältigung einer Flut von Vorschriften und amtlicher Kontrollen gefragt.
Sønderborg – Kappeln (11.9.25, 22.7 NM)
Wir haben am Morgen Zeit, Sønderborg kennen zu lernen. Das Schlossmuseum beim Anlegeplatz stammt aus dem 12. Jhdt. und bietet einen Überblick über 800 Jahre Geschichte Südjütlands, vom Mittelalter über herzogliche Residenzen bis zu den Ereignissen im Ersten und Zweiten Weltkrieg. Nach Aufbruch zur nächsten Etappe überqueren wir mit zeitweilig steifem Wind unter Segeln die dänisch-deutsche Grenze und erreichen die bereits bekannte Einfahrt in die Schlei. Per Motor geht es dann durch die grüne Flusslandschaft durch eine Slalom-Rinne bis nach Kappeln. Dank guter Zeitplanung können wir dort nach kurzer Wartezeit die Klappbrücke passieren und anlegen. Am Abend erleben wir deutsche Gastronomie.
Kappeln – Eckenförde (12.9.25, 27.9 NM)
Unser letzter Segeltag bewegt sich auf bekannter Route, wir kreuzen noch einmal vor der Bucht von Eckernförde. Wegen wechselnden Windrichtungen und des ge-ringen Gewinns an Höhe legen wir die letzten Meilen schliesslich motorisiert zu-rück.
2.5 Abschied
Zurück in Eckernförde gilt es Abschied zu nehmen. In der Woche hat sich zwi-schen der Crew und uns ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt. Wir attestie-ren ihr menschliche und nautische Kompetenz, sie anerkennt ihrerseits unser Teamwork und unsere Fachkompetenz. Ein Dank gilt unserer Leitungscrew, ins-besondere Commodore Bea.
3 Epilog
Unser nächstes Ziel ist Hamburg, wo wir im Hotel Hafen gemeinsam mit deutschen Freunden den Abschlussabend feiern. Vom Vorgarten aus können wir zu-schauen, wie das Kreuzfahrtschiff Vasco da Gama mit einem Feuerwerk verab-schiedet wird. An Bord sind 1000 Passagiere und 500 Besatzungsmitglieder. Es gibt fünf Restaurants, sieben Bars, Pools und ein umfangreiches Bord-Programm. Die 15-tägige Reise über 2500 – 3500 Seemeilen führt von Hamburg zum Nord-kap und endet in Kiel. Erstaunlich, auf was man alles gewinnbringend verzichten kann!
Aarau, 3. Januar 2026, KLM